Jehovas Zeugen  Buchrezension
    Zuletzt geändert: 26.01.1999
 
Twisselmann, Cover
Hans-Jürgen Twisselmann
Vom Zeugen Jehovas zum Zeugen Jesu Christi
10. überarbeitete Auflage
Brunnen Verlag, Giessen
ISBN 3-7655-2212-0

"Es gehört oft mehr Mut dazu,
seine Meinung zu ändern,
als ihr treu zu bleiben."
Friedrich Hebbel

Twisselmanns Buch, 1991 bereits in der 10. Auflage erschienen, kann als echter "Klassiker" der kritischen Literatur gelten.  Im Vergleich zu vorigen Auflagen sind Erkenntnisse aus dem Buch Der Gewissenskonflikt von Raymond Franz hinzugekommen (Vorwort zur 9. Auflage).

Der Autor beschreibt seinen Weg zu Jehovas Zeugen:  Auf ein Straßengespräch hin lädt er sich einen Verkündiger zu Besuch ein. Schnell ist er überzeugt, in der Literatur die Wahrheit zu finden, so daß er bereits 14 Tage nach dem Besuch seinem Tagebuch anvertraut: "Mein Entschluß steht fest: Ich werde Zeuge Jehovas!"  Noch 14 Tage später verläßt er die evangelische Kirche. Twisselmann analysiert nachträglich, was ihn zu Jehovas Zeugen geführt hat. beschreibt Faszination und Enttäuschungen in dieser Gemeinschaft.  Während er Dienstämter übernimmt und Versammlungsaufseher wird, bekommt die Faszination allmählich Sprünge:  Sowohl was die reine Lehre angeht, als auch den Mittelpunkt, das Evangelium,  und die theokratische Organisationkommt der Autor zu anderen Überzeugungen, aufgrund seiner Beschäftigung mit der Bibel.

In einem fiktiven Gespräch mit seinem Freund Braun skizziert Twisselmann nach, was er damals mit einzelnen Menschen und mit Gruppen diskutiert hat.  Dabei geht es um Aspekte wie das Leistungsdenken, eine fromme Überheblichkeit, einen Richtgeist, das Dogma von 1914, die Zeichen der Endzeit, Hoffnung für Israel und die Gemeinde Jesu, den Gedanken einer Gottesherrschaft, die von Menschen geführt wird.

Schließlich kommt es zu Bruch mit den Zeugen Jehovas.  Ganz offen schreibt er an die Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft:  "Liebe Brüder!  Eine tiefe, innere Besorgnis veranlaßt mich, euch diese Zeilen zu schreiben.  Seit ein paar Jahren studiere ich die christlichen griechischen Schriften.  Dabei wurde mir mehr und mehr klar, daß zwischen dem, was ich in den Schriften der Aposteln und Jünger Jesu las, und dem, was ich im Studium der Schriften der Gesellschaft vor und nach meiner Hingabe und Taufe empfangen habe, ein Unterschied besteht..."

Als Antwort erhält er lediglich einige unpersönliche Zeilen, daß man den Brief an den Bezirksdiener weitergeleitet habe, damit man dies auf der nächsten Kreisversammlung besprechen könne.  Da der Autor auf dieser Versammlung keine Möglichkeit sieht, sein Anliegen in der gebotenen Form zu besprechen, beschließt er, nicht zu kommen.  Daraufhin erhält er überraschenden Besuch von Bezirksaufseher, Kreisaufseher und Versammlungsaufseher in seiner eigenen Wohnung.  Es gelingt ihnen nicht, den Autor von dem schlichten Glauben an das klare Gotteswort abzubringen, dem, wie er schreibt, die Wachtturm-Lehren widerstreben.

Als er sich dazu bekennt, nicht zu schweigen, sondern das Evangelium verkündigen zu wollen, wird ein Versammlungskomitee anberaumt...

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