| Jehovas Zeugen |
| Hast du auf der Grundlage des Opfers Jesu Christi deine Sünden
bereut und dich Jehova hingegeben, um seinen Willen zu tun?
Bist du dir darüber im klaren, daß du dich durch deine Hingabe und Taufe als ein Zeuge Jehovas zu erkennen gibst, der mit der vom Geist geleiteten Organisation Gottes verbunden ist? |
Der Kämmerer aus Äthiopien (Apostelgeschichte 8:26-40) hatte bisher nur in Schriften des Alten Testaments gelesen, verstand sie aber nicht. Auf übernatürliche Weise wird Philippus zu ihm geführt. Dieser verkündigte ihm das Evangelium von Jesus (Apg 8:35). Sobald sie an einem Wasser vorbeikamen, fragt der Kämmerer Philippus: "Siehe, Wasser! Was hindert mich, getauft zu werden?" (Apg 8:36) Philippus widerspricht dem Kämmerer nicht und sagt ihm nicht, daß er erst ein ausführliches Bibelstudium absolvieren muß. Daß er das Evangelium von Jesus gehört hat (und es offensichtlich für sich angenommen hat), reicht zur Taufe aus.
Die Hauptmann Kornelius aus der Italischen Schar wird mit Petrus zusammengeführt (Apostelgeschichte 10). Petrus erzählt im von Jesus: "Jesus von Nazareth, wie Gott ihn mit Heiligem Geist und mit Kraft gesalbt hat, der umherging und wohltat und alle heilte, die von dem Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen dessen, was er sowohl im Lande der Juden als auch in Jerusalem getan hat; den haben sie auch umgebracht, indem sie ihn an ein Holz hängten. Diesen hat Gott am dritten Tag auferweckt und ihn sichtbar werden lassen, nicht dem ganzen Volk, sondern den von Gott zuvor erwählten Zeugen, uns, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er aus den Toten auferstanden war. Und er hat uns befohlen, dem Volk zu predigen und ernstlich zu bezeugen, daß er der von Gott verordnete Richter der Lebenden und der Toten ist. Diesem geben alle Propheten Zeugnis, daß jeder, der an ihn glaubt, Vergebung der Sünden empfängt durch seinen Namen." (Apg 10:38-43) Hier erkennen wir zunächst einmal deutlich, was Petrus predigt, wie seine Gute Nachricht aussieht: Er predigt ebenfalls das Evangelium von Jesus, nicht die Botschaft, daß Gott eine Organisation eingerichtet hat und man in ihr Harmagedon überleben kann. Was ist nun die Auswirkung dieser Predigt? Der Heilige Geist fällt auf alle Hörer - zur Fassungslosigkeit derer, die bisher gedacht hatten, er wäre nur Juden vorbehalten. Petrus beschließt: "Könnte wohl jemand das Wasser verwehren, daß diese nicht getauft würden, die den Heiligen Geist empfangen haben?" (Apg 10:47) Und er befiehlt, sie zu taufen.
Ein dritter Zeuge für diese Taufpraxis ist der Kerkermeister (Apostelgeschichte 16:25-34). Petrus und Silas predigen ihm das Evangelium von Jesus: "Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst errettet werden, du und dein Haus!" (Apg 16:30) Nachdem sie noch weiter das Wort des Herrn zu allen im Haus geredet hatten, ließen sich alle noch in derselben Nacht taufen.
In allen drei Beispielen wird folgendes
deutlich: Was den Menschen verkündigt wird, ist
das Evangelium von Jesus. Dieses besagt zum Beispiel, daß man
dadurch gerettet wird, daß man an den Herrn Jesus glaubt. Jeder,
der an ihn glaubt, empfängt Vergebung durch seinen
Namen! Und es ist ausreichend, daß sie dieses Evangelium für
sich annehmen, um sich taufen zu lassen. Das ist der Startpunkt dazu,
Jesu Jünger zu werden, auch wenn danach noch einiges an Lehre und
Begleitung nötig sein wird.
Deutlich wird herausgestellt, was es mit
der Taufe auf sich hat: Alle, die sich haben taufen lassen, sind
mit Christus auf seinen Tod hin getauft. Wir sind mit ihm "begraben"
worden in einem "Wassergrab", mit hineingenommen in seinen Tod. Und
ebenso wie Jesus von den Toten auferweckt wurde, so ist auch uns ein neues
Leben geschenkt. Einfache und klare Worte! Finden sich
diese aber auch in der Lehre der Wachtturmgesellschaft wieder? Die
Tauffragen enthalten nichts davon.
Der erste Teil erscheint mir zweideutig: Sicherlich wird jemand, der sich taufen läßt, sich auch zu Gott bekennen wollen, sein Zeuge sein. Insofern mag der Täufling vielleicht gerne zustimmen wollen: Ja, das ist genau der Ausdruck meines Herzens! Andererseits bekennt er sich aber auch dazu, einer von Jehovas Zeugen zu sein, also einer ganz bestimmten religiösen Gruppierung. Diese Bezeichnung ist entgegen der Lehre der Wachtturmgesellschaft nicht biblisch. "Es geschah ihnen aber, daß sie ein ganzes Jahr in der Gemeinde zusammenkamen und eine zahlreiche Menge lehrten und daß die Jünger zuerst in Antiochia Christen genannt wurden." (Apostelgeschichte 11:26) Wenn sie zuerst dort Christen genannt wurden, hat sich diese Bezeichnung in der Folge offensichtlich weiter ausgebreitet. Auch Jünger ist eine biblische Bezeichnung für Nachfolger Jesu (Apostelgeschichte 13:52, als Beispiel für viele andere). Bezeichnenderweise ist der Ausdruck "Zeuge Jehovas" nirgendwo im Neuen Testament zu finden, und er wird auch aus dem Alten Testament abgeleitet. Sollte sich ein Täufling nicht also dazu bekennen, Christ zu sein? Oder ein Jünger Jesu zu sein? Oder ein Nachfolger Jesu zu sein?
In den anderen Forderungen leistet der Täufling - wenn man es mal ganz ungeschmückt betrachtet - einen Gehorsamseid auf die Wachtturmgesellschaft und die dahinterstehende Struktur ab. Wie bereits in meinem Artikel zur Organisation ausgeführt, ist die Art, wie neutestamentliche Jünger Jesu organisiert sind, der Leib Christi. Das ist jedoch hier nicht gemeint. Der Täufling soll vielmehr anerkennen, daß das, was ihm in der Wachtturmliteratur weitergereicht wird, direkt von Gott kommt, über seine Organisation. Und selbstverständlich soll er sich auch daran halten. Damit stellt sich die Wachtturmgesellschaft neben Jesus, der ja, wie wir oben gesehen haben, unser Herr sein soll.
Hier ist nicht mehr der auferstandene Christus unser Herr, unser Mittler, von dem Paulus eindrücklich schreibt: "Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen den Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als dsa Zeugnis zur rechten Zeit." (1. Timotheus 2:5) Hier ist es auch nicht mehr der von Jesus versprochene Heilige Geist, der uns selbst in alle Wahrheit leiten wird: "Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten..." (Johannes 16:12) Hier ist die Wachtturmgesellschaft die mittelnde Instanz, die sich an die Stelle des Heiligen Geistes setzt.
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