Zuletzt geändert: 15.12.98
Jehova Jehovas Zeuge Zeugen Wachtturm Erwachet Jehova Jehovas Zeuge Zeugen Wachtturm Erwachet
Zukunft ... ohne den Wachtturm?
Immerhin stellt er ja in den Raum, einen grundlegend neuen Lebensweg einzuschlagen, das Bisherige hinter sich zu lassen. Aber vielleicht haben Sie sich ja schon länger mit dem Gedanken getragen? Vielleicht stehen Sie auch gar nicht mehr hinter dem, was Sie öffentlich noch leben? Zu den Bedenken, mit denen Sie sich möglicherweise tragen, möchte ich versuchen, etwas zu sagen. Sicher bin ich da als jemand, der nie Zeuge Jehovas gewesen ist, nicht die ideale Person, um einen solchen Text zu schreiben. Deshalb beschränke ich mich auch bewußt auf die Dinge, zu denen ich etwas sagen kann. Abwägen, die Kosten überschlagen, beten, nach Gottes Willen fragen - das können nur Sie selbst für Ihr eigenes Leben tun.
Dazu bleibt festzuhalten, daß Jesus Menschen in seine Nachfolge gerufen hat - nicht in die Nachfolge einer bestimmten "Organisation". Die Bibel kennt sehr klare Verheißungen für die Menschen, die diesen Lebensweg beschreiten. Einige dieser Verheißungen sind nach dem Bibelverständnis der Wachtturm-Gesellschaft nur dem Überrest der 144.000 vorbehalten. Aber wenn man diese Brille einmal ablegt - es steht dort nirgendwo, daß sie sich auf die 144.000 beziehen, es ist auch nirgendwo nahegelegt. Bei sachlicher Betrachtung handelt es sich dabei um ein fremdes Konzept, das dem Neuen Testament übergestülpt wird. |
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"Wieviele aber ihn (Jesus) aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben." (Johannes 1:12) "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben durchgedrungen." (Johannes 5:24) "Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus." (Römer 5,1) "So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind." (Römer 8,1) Alle diese Bibelstellen - und es gibt ihrer noch einige mehr - haben eines gemeinsam: Keine einzige von ihnen spricht davon, daß man einer bestimmten "Organisation" angehören muß, die Gott gleichsam als moderne "Arche Noah" eingerichtet hätte. Worum es entscheidend geht, ist, wie man sich zu Jesus Christus gestellt hat. In Christus - die WT-Bibel gibt das mißverständlich als "in Gemeinschaft mit Christus" wieder - können wir wissen, daß wir von Gott gerecht gesprochen sind, daß es für uns keine Verdammnis gibt. Und das nicht aufgrund unserer großen Werke, sondern aufgrund unseres Glaubens. Wir können Gotteskinder werden, wir können bereits wissen, daß wir ewiges Leben haben, wenn wir uns nur an die Zusagen aus der Bibel halten. So geht es nicht um eine Organisation mit Sitz in Selters oder in Brooklyn, sondern darum, in Christus zu sein. Die "Organisation", von der Paulus immer wieder spricht, ist der Leib Christi, den seine Gemeinde darstellt. Christus ist das Haupt dieses Leibes, die Gemeinde bildet seine Glieder. Jedes einzelne von ihnen hat seine eigenen Fähigkeiten und Begabungen, jedes einzelne wird gebraucht. Da schließt sich dann gleich eine andere Frage an: Gibt es denn eine...
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Diese Konsequenz wiegt schwer, und ist an und für sich schon geeignet, die Entscheidung für ein Verlassen sehr schwer zu machen. Und ich möchte dies auch keineswegs beiseiteerklären. Aber kann es wirklich ein Lebensweg sein, bei etwas zu bleiben, hinter dem man nicht mehr wirklich stehen kann? Jesus selbst hat verheißen, daß "wer Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder, oder Äcker verläßt um meines Namens willen, der wird's hundertfach empfangen und das ewige Leben ererben". (Matthäus 19,29) Das gilt für jeden Weg, der bewußt mit Jesus gegangen wird. So auch für diesen. Wenn es bedeutet, Freunde zu verlassen oder - weit schmerzhafter - sogar Familienmitglieder nichts mehr von einem wissen wollen, verspricht Jesus doch, daß es dafür sogar in diesem Leben eine reiche Belohnung geben wird. Christliche Gemeinschaft kann man nicht nur bei den Zeugen Jehovas finden. Vielleicht mag das zuerst nicht sehr interessant oder gangbar aussehen, wenn noch die Aussage der Wachtturm-Gesellschaft im Ohr klingt, daß nur allein Jehovas Zeugen die wahren Anbeter sind und die Christenheit einen gewichtigen Teil des "Weltreiches der falschen Religion" stellt, das sich die Plagen Jehovas reichlich verdient hat. Diese Besorgnis läßt sich aber
ausrämen:
Erstens ist es eine Mißkonzeption, Religionsgemeinschaften
gegeneinander antreten zu lassen. In erster Linie steht oder fällt
jeder Christ selbst vor seinem Gott. Weil eine Religionsgemeinschaft vor
Jahrhunderten Schuld auf sich geladen hat, bedeutet das nicht, daß
sie auch heute von Gott verworfen ist. Und wenn dem so wäre,
säßen Jehovas Zeugen mit in demselben Boot. Oder sollte
sich Verantwortung so leicht beiseiteschieben lassen, daß man
sich einen neuen Namen gibt und Gott kann das nicht mehr nachvollziehen?
Die Wurzel ist dieselbe.
Zweitens gibt es eine ganze Menge christlicher Gemeinschaften,
die sich in ihrem Glaubens- und Gemeindeverständnis an der Bibel
orientieren, in denen man Menschen trifft, die sehr bewußt als
Christen leben. Sie
dem "Weltreich der falschen Religion" zuzuschlagen ist einerseits eine
grobe Verallgemeinerung und andererseits eine grobe Anmaßung, ein
Urteil, das der Wachtturm-Gesellschaft mit Sicherheit nicht zusteht.
Sicherlich ist das Gleichnis Jesu vom Unkraut und dem Weizen zutreffend:
Man sieht heute deutlich beides, sowohl den Weizen als auch das Unkraut.
Aber er sagt deutlich, daß es jemand anderes sein wird, der zur
Erntezeit beides einsammeln und dann Unkraut und Weizen voneinander
trennen wird. Biblisch gesehen schaut es so aus, daß man in anderen christlichen Gemeinschaften Nachfolger Jesu finden wird, Menschen, die zu ihm gehören, die Leib Christi bilden. Es ist eine immer wieder gemachte Erfahrung dieser Menschen, daß sie - auch wenn sie aus unterschiedlichen Gemeinden kommen - doch eine gemeinsame Basis haben. Sich mal eine - oder einige - solcher Gemeinschaften anzuschauen, kann mit Sicherheit nicht schaden und bestimmt ist es eine ganz interessante Erfahrung, mal mitzuerleben, wie andere Christen zusammenkommen. Ich hoffe, ich habe mit meinen Artikeln die Bedenken ausrämen helfen können, daß es sich da um einen heidnisch infiltrierten Haufen handelt, der schon lange von Gott abgefallen ist. Noch einmal möchte ich mit Paulus einladen: "Prüfet alles, und das Gute behaltet!" |
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Es hängt sicherlich auch von der Gemeinde ab, aber in einigen wird man sicher schnell Anschluß finden, eine Gemeinschaft, in der man geistlich leben und wachsen, sich mit anderen Christen über seinen Glauben und seine Erfahrungen austauschen, miteinander Gott loben, in der Bibel lesen, mit- und füreinander beten kann. Nur ungern möchte ich christliche Gemeinschaften beim Namen nennen, da ich nicht den Eindruck vermitteln will, ich würde für sie Mitglieder "abwerben" wollen. Darum geht es mir absolut nicht. Wem eine persönliche Atmosphäre wichtig ist, der
wird sich vermutlich am ehesten in einer der Freikirchen wohlfühlen.
Dazu würden auch bestimmte Aspekte des Glaubensverständnisses
gut passen, dort wird zum Beispiel auch in der Regel die Glaubenstaufe
praktiziert.
Wem das nach seinen Erfahrungen bei den Zeugen Jehovas erst mal zu eng
und zu nah ist, kann natürlich auch der Landeskirche einen Blick
gönnen. Es gibt dort, allen Gerüchten zum Trotz, lebendige
Gemeinden. Unter Umständen sind da aber mehrere Blicke notwendig,
bis man eine findet.
Was immer Sie tun: Ich wünsche Ihnen auf Ihrem Weg Gottes reichen
Segen, der Sie stets begleiten möge.
Ihr Bruder in Christus,
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